Vegetarische Restaurants – von innen betrachtet.
Natürlich versuchen wir, so viele vegetarische Restaurants wie möglich persönlich zu besuchen, um einen Überblick zu bekommen, wie es um die Qualität der vegetarischen Küche im Lande bestellt ist. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich trefflich diskutieren – ich denke jedoch, dass unsere verwöhnten Gaumen nur die besten Restaurants in diese Liste aufnehmen!
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Vegetarische Küche zwischen Alster und Hafencity: Das Season in Hamburg.
Das Season in der Hamburger Innenstadt bietet der neuen Generation gesundheitsbewusster Genießer seit April den Anlaufpunkt für frische und gesunde Speisen in entspannter und moderner Atmosphäre. Bei der Speisenauswahl legt das Season seinen Fokus auf Innovative regionale und exotisch angehauchte Kreationen. Der Begriff „Fast Food“ erhält eine neue Bedeutung. Gäste erwartet ein reichhaltiges Angebot vom vegetarischen Büffet mit Salaten und Aufläufen, kalten und warmen Snacks sowie einem täglich wechselnden Suppenangebot bis zu süßen Desserts, frischen Säften, Cocktails und Kaffeespezialitäten.
„Fleischesser müssen keine Berührungsängste haben“, verspricht André Berghoff, Geschäftsführer des Season. „Unsere kreativen Gerichte überzeugen besonders durch den Geschmack und begeistern auch Menschen, für die Fleisch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung ist.“ Damit dies kein leeres Versprechen bleibt, hat sich das Team mit Anna Stephan eine Ernährungsberaterin ins Boot geholt, die bereits die Spieler vom HSV mit ihren Rezeptkreationen begeistert und fit gemacht hat.
Regional, frisch und gesund
Dass Fast Food und gesunde Ernährung kein Widerspruch ist, beweist das System hinter Season. Es werden überwiegend saisonale Produkte aus der Region verwendet. Dies garantiert Frische und einen stärkeren Einfluss auf die Qualität der Erzeugnisse. „Die frische Ware wird täglich geliefert und zubereitet“, bestätigt Anna Stephan. „Die Tatsache, dass wir nicht an eine festgelegte Speisekarte gebunden sind, ermöglicht es uns wesentlich schneller auf das aktuelle Warenangebot zu reagieren und unser Büffet daran anzupassen.“
Die gewonnene Transparenz durch den Einfluss auf Lieferanten und Produzenten hilft gleichzeitig auch Gästen mit Lebensmittelunverträglichkeiten. Alle Speisen werden hinsichtlich Ihrer Inhaltsstoffe gekennzeichnet. Das Season ermöglicht es den Gästen somit gezielt vegane, laktose- und/oder glutenfreie Speisen auszuwählen.
Restaurant Season
Schauenburgerstraße 49 · 20095 Hamburg
T 040 97074072 · F 040 97074083
Email: info@season-food.de
Internet: www.season-food.de
Speisekarte: als pdf online
Öffnungszeiten: Mo-Sa 11.00-21.00 Uhr
Ruhetag: So
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Das größte Freiluft-Käse-Restaurant Deutschlands
Alle zwei Jahre wieder treffen sich Freunde kulinarischer Käse-Köstlichkeiten in Nieheim. Nieheim? Ein Städtchen in Ostwestfalen, nicht weit von Paderborn, hat sich mit seinem Käsemarkt zum Publikumsmagneten entwickelt. Der Besuch des Käsemarkts mit der Aussicht auf ovo-lakto-vegetarische Delikatessen stand daher bei delivia fest im Terminkalender.
Wir waren zwei von geschätzten 70.000 Besuchern, die in den Strassen Nieheims bei angenehm warmen Temperaturen die Creationen kleiner, regionaler Käsereien aus ganz Deutschland verkosteten. Am Samstagnachmittag schoben sich Tausende Käsekenner durch die Marktstrasse und die benachbarten Gässchen mit ihren malerischen Fachwerkhäusern. Der Duft von Molke, Käse in allen Aggregatzuständen von Joghurt bis zum gut gelagerten und gereiften Ziegenkäse lag in der Luft und machte Appetit.
Das komplette Angebot vorzustellen würde unseren Rahmen sprengen, daher konzentrieren wir uns auf unsere – zugegeben – subjektiven Highlights. Zu diesen gehörte auf jeden Fall der Stand des Regenbogenhofs, der Imkerei von Rainer und Heidi Pernotzky. Ein ganzer Stand voller Delikatessen für die vegetarische Küche, darunter Vinaigrettes und Senf-Eigenkreationen, die Käse-Aromen verfeinern. Eine besondere Spezialität und von mir zum ersten Mal entdeckt: Presshonig, der nicht im normalen Schleuderverfahren hergestellt wird, sondern schonend durch Pressung der Waben gewonnen wird. Die erste Probe ließ die Geschmacksknospen im Gaumen jauchzen - enorm mild und dabei für Allergiker sogar ausgesprochen gesund!
Imkerei Heidi & Rainer Pernotzky, Forellenweg 13, 33758 Schloß Holte,
T 05207 770914, www.regenbogenhof.de
Gepfeffertes Ärschle, Wüstling und Wildblumen
Bei rund 70 Anbietern von Käsespezialitäten und dem enormen Publikumsandrang war es recht schwierig, den Überblick zu behalten. In der Namensgebung nehmen die Käsereien auf jeden Fall kein Blatt vor den Mund. So reizte es uns besonders, das „Gepfefferte Ärschle” der Allgäuer Bio-Käserei Zurwies zu kosten. Aus Fröndenberg im Sauerland kam „Der Wüstling“ zum Käsemarkt – hergestellt in der Hofkäserei Wellie. Dieser Hof gehört auch zu den Stationen der Käseroute NRW, ebenfalls eine Neuentdeckung für delivia auf dem Käsemarkt. Bisher 26 Hofkäsereien haben sich unter diesem Label zusammengeschlossen und bieten in ihren Hofcafés für Besucher die Möglichkeit, den Käse am Entstehungsort zu geniessen.
Eine Premiere feierte beim Käsemarkt der Wildblumenkäse der Käserei Baldauf. Diese Spezialität wird nach 6 Wochen Reifezeit in einem Mix aus Kräutern und Blüten gewälzt, die an der Rinde bleiben. In der weiteren Reifung gehen die Aromen und ätherischen Öle der Kräuter in den Käse über und sorgen für echten, blumigen Geschmack, der von der essbaren Rinde noch verstärkt wird. Wer auf eine Kostprobe dieser Delikatesse nicht verzichten möchte, kann im Shop der Käserei Baldauf ordern!
Käserei Zurwies GmbH, Zurwies 11, D-88239 Wangen im Allgäu
T 07522-5581, F 07522 80939, www.zurwies.de
Hofkäserei Wellie, Zur Tigge 2, D-58730 Fröndenberg-Warmen
T 02377-910106, F 02377-910108, www.hofkaeserei-wellie.de
Gebr. Baldauf GmbH & Co. KG, Goßholz 5, D-88161 Lindenberg
T 08381 8902-0, F 083 81-89 02 55, www.baldauf-kaese.de
Käse am Spiess
Endlich eine Alternative zu Bratwurst & Co: in Nieheim waren auch der größte Teil der Snacks auf den Ständen natürlich – Käse. Ziegenkäse der Landkäserei Steinlage, in Öl gebacken, auf?s Brötchen und mit Preiselbeeren garniert – da hat die Bratwurst keine Chance mehr! Viele Aussteller boten zur Verkostung ihrer Spezialitäten eine Auswahl Käsewürfel am Spieß. So konnten Besucher Sorte für Sorte quasi erknabbern. Bettina Zammert, normalerweise als Restaurant-Testerin für deliva unterwegs, nutzte die Kostproben der Käsemeister und konnte fast aufs Abendessen verzichten, so mächtig waren die Häppchen bei unserer Runde durch die Stadt.
Den Abend verbrachten wir dann bei Freunden im benachbarten Holzhausen. Johann Friedrich von der Borch, Gutsherr eines der größten biologisch-dynamisch bewirtschafteten Landwirtschaftsbetriebe in NRW, hat auf seinem Schlossgut einen kleinen, jedoch feinen Hofladen, in dem er auch eine schöne Auswahl an Bio-Käsespezialitäten führt.
Von der Borch's Gutskontor, Gut Holzhausen, 33039 Nieheim-Holzhausen, www.gut-holzhausen.de
Bis zum nächsten Käsemarkt dauerts nun noch zwei Jahre. In der Zwischenzeit müssen Genießer jedoch keineswegs auf die Schmankerl aus Nieheim verzichten. Beim Besuch im Städtchen können Feriengäste in der Schaukäserei das Geheimnis, wie aus Rohmilch lecker Käse wird, mitverfolgen. Und Nieheim ist auf jeden Fall eine Reise wert, ob man die ruhige Lage schätzt oder ausgedehnte Spaziergänge entlang des Kunstpfads machen möchte, das Freizeitprogramm des Ortes hat jede Menge zu bieten!
Infos zum Käsemarkt 2010, der Schaukäserei und anderen touristisch-kulinarischen highlights gibts unter www.nieheim.de.
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In vollen Zügen geniessen?
Vegetarisch Speisen im ICE
27.05.2008. Auf dem Weg von Hannover nach Hause. Mit meinem Kollegen Harry hatte ich einen Kundentermin in Hannover wahrgenommen. Den ganzen Tag reden, konzentrieren, präsentieren. Und jetzt im ICE nach Düsseldorf unterwegs, mit etwas mehr als leichtem Appetit. Was macht man da als Vegetarier?
Zunächst mal in die Speisekarte des Bordrestaurants schauen. Der Texter der Headlines in der Speisekarte ist ein echtes As. „Fleischlos – aber nicht reizlos“ war der Geistesblitz, zu dem ihn der Gemüseteller inspiriert hat. Reife Leistung. Ob denn wohl der Teller hält, was er verspricht? Immerhin schließt sich mein Kollege meiner Bestellung an. Nimmt nur Kartoffeln statt Reis. Ein Schnitzel weniger, das die in den Pfannen der Welt landet, denke ich mir und bedanke mich im Geiste für seine Wahl.
Die Gemüsevariationen nach Gärtnerinnen-Art stehen nach wenigen Minuten auf dem wackligen Tisch des Bordrestaurants. Wir wagen den Selbstversuch. Um es vorsichtig auszudrücken: Es ist keine kulinarische Entdeckungsreise, die uns erwartet. Handwerklich ordentliche Mikrowellen-Mahlzeit. Das kann man dem Bordkoch (oder dem Caterer?) bestätigen.
Für Nicht-Vegetarier lässt sich die Bahn einiges einfallen. Sterneköche aus aller Herren Länder greifen in ihre geheimen Rezeptkisten und zaubern kulinarische Köstlichkeiten in die Mikrowellen der Bord-Kombüsen. Da kommt natürlich die obligatorische Frage auf: MUSS ES DENN IMMER DER GEMÜSETELLER GÄRTNERIN SEIN?
Mit dem halben Inhalt des Pfefferstreuers macht man dieses Gericht sogar essbar. Aber wollen wir nicht undankbar sein. Immerhin gibt sich die Bahn Mühe, ein fleischloses Gericht auf den Tisch des Zuges zu bringen. Stimmt nicht ganz, denn es gibt auch noch die obligatorische Folienkartoffel, Salat oder Rührei Naturell (in einem gelb, dessen Farbwerte unnachahmlich sind!) Und das ist ja schon mal was, oder?
Falls es Sie interessiert: Die Bahn war bei unserer Reise, sowohl bei der Hin- als auch der Rückfahrt, auf die Minute pünktlich.
Fazit: Sie lässt uns wenigstens nicht hungern, die Bahn.
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Die Gemüsevariationen nach Gärtnerinnen-Art stehen nach wenigen Minuten auf dem wackligen Tisch des Bordrestaurants. Wir wagen den Selbstversuch. Um es vorsichtig auszudrücken: Es ist keine kulinarische Entdeckungsreise, die uns erwartet. Handwerklich ordentliche Mikrowellen-Mahlzeit. Das kann man dem Bordkoch (oder dem Caterer?) bestätigen.
Für Nicht-Vegetarier lässt sich die Bahn einiges einfallen. Sterneköche aus aller Herren Länder greifen in ihre geheimen Rezeptkisten und zaubern kulinarische Köstlichkeiten in die Mikrowellen der Bord-Kombüsen. Da kommt natürlich die obligatorische Frage auf: MUSS ES DENN IMMER DER GEMÜSETELLER GÄRTNERIN SEIN?
Mit dem halben Inhalt des Pfefferstreuers macht man dieses Gericht sogar essbar. Aber wollen wir nicht undankbar sein. Immerhin gibt sich die Bahn Mühe, ein fleischloses Gericht auf den Tisch des Zuges zu bringen. Stimmt nicht ganz, denn es gibt auch noch die obligatorische Folienkartoffel, Salat oder Rührei Naturell (in einem gelb, dessen Farbwerte unnachahmlich sind!) Und das ist ja schon mal was, oder?
Falls es Sie interessiert: Die Bahn war bei unserer Reise, sowohl bei der Hin- als auch der Rückfahrt, auf die Minute pünktlich.
Fazit: Sie lässt uns wenigstens nicht hungern, die Bahn.
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Geschichten aus dem vegetarischen Alltag: Viva Colonia
Neulich, in einem Kölner Brauereigasthaus.Ich war mit einem Freund verabredet, der in Süddeutschland lebt und einen Termin im Rheinland mit einem netten Abend verbinden wollte. Also hatte Rolf kurzerhand einen Tisch in einer Kölner Brauereikneipe reserviert. Es wurde ein Abend ganz nach dem Geschmack des vegetarischen Geniessers.
Natürlich gabs viel zu erzählen. Zwischendurch wollten wir dann auch mal Getränke ordern. Den ersten schälen Blick (schäl sagt man im Rheinland so, wenn man vom so genannten Service-Personal wegen der individuellen Wünsche nach Speisen oder Getränken schräg angesehen wird) gabs auf die Frage nach Malzbier. Ich konnte die Gedanken des Köbes (so sagt man in Köln zu Kellner; ich würde, obwohl bekennender Rheinländer, vorsichtig Stoffel sagen) geradezu lesen. ?Anonymer Alkoholiker? Kommunist? Asket? Weichei?? schoss ihm sicherlich als Kategorisierung durch die Gedanken. Nun, da ich mit dem Wagen unterwegs war, machte mir das recht wenig aus. Meine Bestellung kam dann auch nach, sagen wir mal, rund 20 Minuten Wartezeit. Erste Klasse, Köbes. Aber macht ja nix, weil Rolf mir von seinen aufregenden Abenteuern im Vertrieb eines Software-Herstellers erzählte.
Kölner Brauereikneipen sind ja sehr bekannt. Für ihre Gemütlichkeit. Für ihre Authentizität, wie der Gastro-Experte sagen würde. Liebevoll ist das Speisenangebot auf die Tafel geschrieben, wirklich nett. Weniger liebevoll die Zettel aus dem Copy-Shop mit dem Tagesangebot. Alles, was man aus einem Tier nur so herausschälen kann, war da einhellig versammelt. Selbst der Salat war natürlich ? sie erraten es sicher ? genau: mit Putenbruststreifen verziert. Nicht der Hauch eines vegetarsichen Gerichts. Sollte Köln etwa die heimliche Hauptstadt des deutschen Fleischverzehrs sein? Ich gab die Hoffnung nicht auf. Und versuchte, den Köbes an den Tisch zu rufen. Beim Lärmpegel in einer Kneipe gar nicht so einfach. Nach einigen Versuchen ? rufen, winken, mit den Augen fixieren, mit dem Arm fuchteln ? kam der dienstbare Geist endlich in Reichweite. Er sah mich erwartungsvoll an und zückte seinen Block. ?Haben Sie auch ein Gericht ohne Fleisch im Angebot?? fragte ich höflich und, das muss ich zugeben, etwas erwartungsvoll. Sein Minenspiel verdüsterte sich. Die Stirn legte sich in leichte Falten. Die Augen wendeten sich himmelwärts, konnten aber keinen Himmel sehen, da der Blick an der rauchgebräunten Decke hängenblieb. Grübelte er jetzt oder suchte er nach einem Lösungsansatz in einer ihm vollkommen unbekannten Situation, die ihn maßlos überforderte? Auf jeden Fall war er sprachlos. Also eilte ich ihm gedanklich zur Hilfe.
Ich überflog, natürlich mit aufgesetztem Kennerblick, die Speisekarte nochmals. Und frage mich, wie groß wohl das Improvisationstalent der Küche des Hauses sein möge. ?Wäre es wohl möglich, den Strammen Max mit Käse zu bekommen? Und bitte zwei Scheiben Käse extra, wenn?s geht?? flötete ich ihn an. Bei der heiligen Jungfrau Maria: Der Köbes schüttelte den Kopf und schrieb gleichzeitig die Bestellung auf und murmelte ebenso gleichzeitig ?musischmafragen??.
Er fragte. Ich bekam zunächst keine Antwort. Und konnte meinen Tischnachbarn dafür zusehen, wie sie ihren Gulasch, Sauerbraten und was sonst noch so auf den Tisch kam verspeisten. Es dauerte eine gute Dreiviertelstunde, bis der Köbes sich wieder auf den Weg in meine Richtung machte. Und mir mit Eleganz, die dem Service eines Sterne-Lokals zur Ehre gereicht hätte, einen Teller mit zwei knusprig gebratenen Spiegeleiern auf Käse servierte. Nein, ich wollte keinen Ketchup dazu, wollte ich schon bemerken und seiner Frage zuvorkommen.
So stelle ich mir einen gelungenen Abend vor. Mit alten Freunden über alte und neue Zeiten plaudern. Ich danke in Gedanken all den fleissigen Hühnern dieser Welt, die mir das Leben als Vegetarier in Köln etwas erleichtern. Und den hoffentlich glücklichen Kühen, die den Rohstoff für den Käse liefern, natürlich auch. Beim Blick zurück in die Wirtsstube sah ich den Köbes noch einmal an. Es sah so aus, als ob er aufatmete.